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RegioErz: Miteinander eine starke Gemeinschaft

RegioErz fördert lokale Initiativen, damit gesellschaftlicher Zusammenhalt im Erzgebirge gestärkt wird. Ziel ist die systematische Unterstützung kleiner und mittlerer Projekte, die Bildungschancen erhöhen, Integration fördern und soziale Teilhabe sichern. Werte sind Transparenz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit. Leitbild-Handlungslinien umfassen partizipative Projektentwicklung, rechtskonforme Mittelverwendung und langfristige Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen durch Capacity Building und Vernetzung.

Bedarfsanalyse in der Region Erzgebirge

Die Region steht vor typischen Herausforderungen ländlicher Räume in Sachsen. Im Erzgebirgskreis leben rund 350.000 Menschen, die Altersstruktur verschiebt sich zugunsten älterer Jahrgänge; Gemeinden verzeichnen in vielen Orten einen Anteil 65+ von etwa 22 bis 26 Prozent. Arbeitslosenzahlen lagen in den letzten Jahren regional leicht über dem sächsischen Durchschnitt, mit lokalen Schwankungen zwischen 5 und 10 Prozent je nach Kommune. Kinderarmut ist ein Thema: in Sachsen lag die Quote 2019 bei rund 20 Prozent, was in peripheren Gemeinden zu erhöhtem Unterstützungsbedarf bei Bildung und Freizeit führt. Zusätzlich hat der Zustrom geflüchteter Menschen seit 2022 den Bedarf an Sprachförderung und Wohnraumbegleitung verstärkt. Gesundheitsversorgung und psychosoziale Angebote sind in kleineren Orten teils unterversorgt, während Digitalisierung der Verwaltung noch heterogen umgesetzt ist. Diese Analysen begründen Prioritäten für gezielte Förderung.

Zielgruppen sozialer Initiativen

RegioErz richtet Förderung auf Gruppen mit konkretem Handlungsbedarf. Zielgruppen sind Familien mit niedrigem Einkommen, Kinder und Jugendliche in prekären Lebenslagen, Ältere mit Mobilitäts- und Versorgungsengpässen, Menschen ohne feste Unterkunft, Zugewanderte und Geflüchtete sowie Personen mit psychischen Belastungen. Besondere Aufmerksamkeit gilt Initiativen, die generationenübergreifende Angebote verknüpfen oder Ehrenamtliche professionalisieren, damit lokale Wirkung erzeugt und erhalten bleibt.

Förderbereiche sozialer Initiativen

Förderschwerpunkte werden strategisch gesetzt: Bildung, Integration und Sprachförderung, Angebote für Kinder und Jugend, Seniorenarbeit, Obdachlosenhilfe sowie Gesundheitsförderung und Suchtprävention. Priorität erhalten Maßnahmen mit klaren Zielgrößen und nachweisbaren Effekten bei Teilhabe.

Nachfolgend exemplarische Struktur für Projektkategorien, Zielgruppen, Kernmaßnahmen und typische Startbudgets, um Förderentscheidungen besser zu bewerten:

Bereich Zielgruppe Beispielmaßnahmen Typisches Startbudget (€)
Bildung & Sprachförderung Kinder, Zugewanderte Lerncafés, Deutschkurse, Hausaufgabenbetreuung 5.000–20.000
Kinder- und Jugendhilfe Schulklassen, Jugendliche Freizeitprojekte, mobile Jugendarbeit, Ferienangebote 3.000–15.000
Senioren & Generationen Ältere Menschen Mobilitätsdienste, Mehrgenerationentreffs, Alltagsbegleitung 2.000–12.000
Wohnungsunterstützung Obdachlose, Wohnungslose Haushalte Notunterkünfte, Housing-First-Initiativen, Sozialberatung 10.000–50.000
Gesundheit & Beratung Menschen mit Sucht, psychische Belastung Peer-Gruppen, niederschwellige Beratung, Präventionskurse 4.000–25.000

Diese Struktur hilft bei Priorisierung. Investitionen in Ausbildung von Ehrenamtlichen und digitale Zugänge haben überproportionale Hebelwirkung. Förderung bevorzugt Modelle mit klarer Kosten-Nutzen-Beschreibung und Skalierungspotenzial.

Förderinstrumente von RegioErz

RegioErz kombiniert finanzielle und nichtfinanzielle Unterstützung. Hauptinstrumente sind:

  • Kleinprojekteförderung als Startkapital für Pilotvorhaben.
  • Mentoring, Beratung und Capacity Building für Verwaltungs- und Projektkompetenz.
  • Netzwerkförderung zur Verknüpfung von Initiativen und öffentlichen Akteuren.
  • Bereitstellung von Räumen und Infrastruktur für niedrigschwellige Angebote.

Finanzierung erfolgt mit klaren Vorgaben zu Verwendungsnachweisen und Meilensteinen, damit nachhaltige Wirkung entsteht.

Bewerbungs- und Auswahlprozess für Förderanträge

Formale Anforderungen umfassen Rechtsformnachweis, Haushaltsplan, Zielgruppenbeschreibung und Datenschutzkonzept nach DSGVO. Einreichung erfolgt digital über das zentrale Portal, Fristen werden halbjährlich veröffentlicht. Bewertungskriterien gewichten Wirkung, Kostenwirksamkeit, Skalierbarkeit und Partizipation. Entscheidungswege bestehen aus Fachjury, regionaler Begleitgruppe und abschließender Bewilligung durch das Gremium von RegioErz. Vertragliche Vereinbarungen regeln Berichtsintervalle, Prüfrechte und Auszahlungstranchen.

Transparenz, Rechenschaftspflicht und Compliance

Transparenz, Rechenschaftspflicht und Compliance

Alle geförderten Projekte unterliegen Auditfähig- keit und regelmäßiger Berichterstattung. Mittelherkunft und -verwendung werden öffentlich dokumentiert. Compliance umfasst Anti-Bestechungsregeln, Datenschutz und Einhaltung steuerrechtlicher Vorgaben. Interne Kontrollprozesse minimieren Fehlverwendung und gewährleisten Vertrauenswürdigkeit gegenüber Kommunen und Fördereinrichtungen.

Monitoring, Evaluation und Wirkungsmessung

Messbare Indikatoren werden vor Projektbeginn definiert, etwa Teilnehmendenzahlen, erreichte Sprachlevel oder vermiedene Wohnungslosigkeiten. Datenerhebung kombiniert quantitative Zahlen mit qualitativen Interviews. Erfolg wird anhand von Regeln gemessen: Zielerreichung, Nachhaltigkeit und Transferfähigkeit. Kurze Fallberichte zeigen, wie lokale Lerncafés in einer Kleinstadt Zugangsbarrieren abgebaut und Schulnoten verbessert haben. Förderkonzept sieht vor, erfolgreiche Modelle in Nachbarkommunen zu replizieren.

Partnerschaften und Stakeholder-Management

Zusammenarbeit mit Kommunen wie Annaberg-Buchholz, Aue-Bad Schlema und Schwarzenberg ist zentral. Weitere Partner sind Landkreise, Caritas, Diakonie, lokale Unternehmen und Stiftungen. Effektives Management basiert auf transparenten Koordinationsprozessen, geteilten Ressourcen und klaren Rollen. Typische Kooperationsformen:

  • Öffentliche Träger für Genehmigungen und Infrastruktur.
  • Unternehmen für Sponsoring und Praktikumsplätze.
  • Vereine und Ehrenamtliche für Durchführung und Vernetzung.

Partizipation der Gemeinschaft und Mitbestimmung

Beteiligungsformate umfassen Bürgerforen, Mitgestaltungsworkshops und Projektbeiräte mit Bewohnervertretung. Freiwilligenmanagement investiert in Schulungen, Versicherungsschutz und Anerkennungskonzepte, um Engagement dauerhaft zu sichern.

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Lokale Medienarbeit baut Vertrauen auf; Pressemitteilungen, Radiobeiträge und Berichte in regionalen Zeitungen erhöhen Sichtbarkeit. Digitale Präsenz nutzt Social-Media-Kanäle, eine zentrale Website und Newsletter zur Projektverfolgung. Metriken messen Reichweite, Engagement und Conversion zu Mitwirkung oder Spenden. Regelmäßige Netzwerktreffen und lokale Aktionen stärken Reputation und Rekrutierung.

Finanzierung, Budgetierung und langfristige Mittelplanung

Finanzierungsmix umfasst Fördermittel von Land Sachsen, EU-Fonds, kommunale Haushalte und private Förderer. Nachhaltige Planung sieht Aufbau eines Rücklagenfonds für Übergangsjahre vor und Entwicklung von Einnahmequellen wie Gebühren für zusätzliche Dienste oder sozialverträgliche Sponsoringmodelle.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Haftungsfragen

Rechtliche Rahmenbedingungen und Haftungsfragen

Fördervoraussetzungen variieren je nach Rechtsform; gemeinnützige Vereine und gGmbHs bieten steuerliche Vorteile, benötigen aber transparente Satzungen. Haftungskonzepte und geeigneter Versicherungsschutz für Ehrenamtliche sind Pflicht. DSGVO-konforme Datenverarbeitung ist verbindlich.

Digitale Tools und Plattformen zur Projektunterstützung

Empfohlene Lösungen ermöglichen kollaboratives Arbeiten, Dokumentenmanagement und Fördermanagement. Beispiele sind cloudbasierte Ablagen, Projektplanungssoftware und ein sicheres Bewerberportal. Digitale Datenflüsse unterstützen Monitoring und Berichterstattung.

Best-Practice-Beispiele aus der Region Erzgebirge

Erfolgreiche Initiativen verbinden niedrigschwellige Angebote mit klaren Kooperationspartnern. Beispiele aus Kommunen zeigen, wie Lerncafés, Mehrgenerationentreffs und mobile Beratungsangebote Teilhabe effektiv verbessern. RegioErz dokumentiert solche Projekte als Vorbilder und fördert gezielten Transfer in Nachbarorte.